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Tipps

Gebrauchte Industriemaschine in der Schweiz kaufen: der umfassende Ratgeber

Veröffentlicht am 12. Oktober 2026

Eine gut gewählte Gebrauchtmaschine kostet oft nur einen Bruchteil einer neuen, mit einer Lieferfrist von wenigen Wochen statt mehreren Monaten. So kaufen Sie sie ohne böse Überraschungen – von der Suche bis zur Inbetriebnahme.

Gebraucht kaufen spart Zeit und Geld und verlängert das Leben einer Maschine, statt eine neue herzustellen. Doch eine Werkzeugmaschine ist kein Standardprodukt: Ihr Zustand hängt von Einsatz, Wartung und Vorgeschichte ab. Eine gute Vorbereitung macht den Unterschied.

1. Den Bedarf genau festlegen

Gehen Sie von den Teilen aus, die Sie fertigen müssen, nicht von der Maschine. Notieren Sie Abmessungen und Werkstoffe, Toleranzen, Losgrössen und die Gegebenheiten Ihrer Werkstatt.

  • Kapazitäten: Verfahrwege, Stangendurchlass, Werkstückgewicht, Spindelleistung.
  • Erforderliche Genauigkeit und Oberflächengüte.
  • Gewünschte CNC-Steuerung (Kompatibilität mit Ihren Programmen und der Ausbildung Ihrer Bediener).
  • Verfügbarer Platz, Bodentragfähigkeit, Stromanschluss und Druckluft.
  • Gesamtbudget: Kauf, Transport, Installation, allfällige Instandsetzung und Schulung.

2. Den Verkäufer prüfen

Auf unserer Plattform werden Unternehmen im Schweizer Unternehmensregister (UID) geprüft und tragen das Abzeichen «geprüftes Unternehmen». Prüfen Sie zudem, ob die Firmenadresse zum Standort der Maschine passt, und telefonieren Sie mit dem Verkäufer – unter einer Nummer, die Sie selbst gefunden haben.

3. Die Maschine besichtigen – und laufen sehen

Nichts ersetzt eine Besichtigung. Lassen Sie sich die Maschine unter Spannung zeigen, idealerweise beim Bearbeiten eines Teils, das Ihren ähnelt, und nehmen Sie die Person mit, die sie bedienen wird.

  • Geräusche, Vibrationen und Erwärmung der Spindel.
  • Spiel der Achsen und Zustand von Führungen, Kugelgewindetrieben und Abdeckungen.
  • Lecks (Öl, Hydraulik, Kühlschmierstoff) und Zustand der Schmierung.
  • Zähler: Einschaltstunden und vor allem Spindelstunden.
  • Dokumentation: Handbücher, Elektroschemata, Sicherung der Steuerungsparameter, Wartungshistorie.
  • Im Verkauf tatsächlich enthaltenes Zubehör (Werkzeuge, Stangenlader, Späneförderer, Spannfutter).

4. Preis, MWST und Bedingungen

Vergleichen Sie mit gleichwertigen Maschinen (gleiches Modell, ähnliches Baujahr und Ausstattung) und berücksichtigen Sie den tatsächlichen Zustand. Ist der Verkäufer ein mehrwertsteuerpflichtiges Unternehmen, prüfen Sie, ob der Preis «exkl. MWST» oder «inkl. MWST» gilt. Ein Verkauf unter Privatpersonen unterliegt nicht der MWST.

Unter Unternehmen werden Gebrauchtmaschinen oft «wie besehen» verkauft: Das Obligationenrecht erlaubt, die Gewährleistung vertraglich auszuschliessen, ausser der Verkäufer hat einen Mangel arglistig verschwiegen. Lassen Sie sich deshalb Zustand, bekannte Mängel, enthaltenes Zubehör, Abholtermin und die Zuständigkeit für Demontage und Verlad schriftlich bestätigen.

5. Sicherheit und Konformität

Eine Maschine in Ihrer Werkstatt muss sicher sein: funktionierende Schutzeinrichtungen, Türen und Verriegelungen, Not-Halt, Betriebsanleitung. Verlangen Sie bei einer neueren Maschine die Konformitätserklärung (CE-Kennzeichnung). Lassen Sie sich im Zweifel von Ihrem Sicherheitsbeauftragten beraten; die Suva veröffentlicht Informationen zur Maschinensicherheit.

6. Im Ausland kaufen?

Seit 2024 erhebt die Schweiz keine Zölle mehr auf Industrieprodukte, die Einfuhrsteuer (MWST) sowie Verzollungs- und Transportkosten fallen aber weiterhin an. Eine in der Schweiz verfügbare Maschine erspart diese Schritte und lässt sich leicht besichtigen.

7. Transport und Inbetriebnahme

Planen Sie den Transport schon bei der Verhandlung: Gewicht, Abmessungen, Hebemittel am Abhol- und am Lieferort. Lassen Sie nach der Aufstellung Nivellierung und Geometrie prüfen und die Maschine von einem Elektriker anschliessen. Unser Artikel zum Transport schwerer Maschinen beschreibt diese Schritte.

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